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[Garten: Heilkraut Johanniskraut]
In Deutschland und Europa ist das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) als Heilpflanze etabliert. Heute kommt es primär in Form von Medikamenten zur Anwendung.
Bereits die alten Griechen und Römer nutzen Johanniskraut als Heilpflanze, wobei zu dieser Zeit verschiedene Arten verwendet wurden. So wird von Plinius dem Älteren Johanniskraut zur Behandlung von Verbrennungen in dem Werk „Historia naturalis“ erwähnt.
Im Durchlicht weisen die Blätter des Echten Johanniskrauts am Rand dunkle Punkte auf. Hierbei handelt es sich um schizogene Ölbehälter, in denen sich das ätherische Öl befindet. Von den übrigen Johanniskrautarten lässt es sich Echtes Johanniskraut anhand des markig gefüllten Stängels unterscheiden. Die Stängel der übrigen Johanniskräuter sind hohl.
Da Echtes Johanniskraut in großem Umfang zur Produktion pflanzlicher Arzneimittel eingesetzt wird, wird es erwerbsmäßig angebaut; die Wildsammlung hat kaum Bedeutung. Ursprünglich war es in Europa, Westasien und Nordafrika beheimatet; zwischenzeitlich wurde es auch Ostasien, Australien sowie ganz Amerika eingeführt. Seine Ansprüche an den Boden sind gering; ursprünglich findet es sich an Waldrändern, auf Brachflächen, in der Heide, auf Bahnschotter sowie auf Wegen und deren Böschungen. Es handelt sich um eine Pionierpflanze.
Die auf dem Markt befindlichen Arzneimittel werden zur Behandlung von leichter oder mittelschwerer Depression eingesetzt. Im Zuge der Volksmedizin werden der Tee und die Tinktur bei Menstruationsbeschwerden und bei Verstimmungen im Zuge der Pubertät verwendet.
Für die Erstellung von Rotöl werden Johanniskrautblüten über zwei Monate in kaltgepresstem Speiseöl (z.B. Olivenöl, Sonnenblumenöl) eingelegt und in die Sonne gestellt. Gelegentlich wird der Ansatz geschüttelt. Rotöl wird zum Einreiben bei Verrenkungen, Verstauchungen, Hexenschuss, Gicht, Rheuma, Blutergüssen und Gürtelrose eingesetzt.
Die stärkste Nebenwirkung des Johanniskrauts stellt die phototoxische Reaktion der Haut dar. Bei Sonneneinwirkung kann es zu Sonnenbrand kommen. Weiterhin sind geringe Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich ebenso bekannt wie Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit.
Bei der Einnahme von Johanniskraut kann es zu einem verstärkten Abbau von bestimmten Herzmitteln, Lipidsenkern, Schlafmitteln, Verhütungsmitteln (niedrig dosierte Anti-Baby-Pille), Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung, Mitteln zur Krebsbehandlung, Mitteln zur Behandlung von AIDS und HIV-Infektionen, Methadon und Mitteln zur Behandlung von Depressionen kommen; die entsprechenden Medikamente können unwirksam werden.
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